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Bremen sehenswertRiensberger Friedhof

 

Man muss nicht unbedingt morbide Gedanken haben oder auf „Verwandtenbesuch“ sein, um den Weg auf den Riensberger Friedhof zu finden. Der in Sichtweite zum Focke-Museum gelegene Gottesacker wurde zwischen 1872 und 1875 zeitgleich mit dem Waller Friedhof als Ersatz für zwei aufgegebene Friedhöfe andernorts angelegt. Die Ausschreibung für die Gestaltung beider Anlagen hatte der Landschaftsgärtner Carl Jancke aus Aachen gewonnen. Der am 1. Mai 1875 eröffnete heute gut 28 Hektar große Parkfriedhof erstreckt sich auf Ländereien des ehemaligen Gutes Riensberg, von dem noch Gebäude auf dem Museumsgelände erhalten sind. Anfang der 1880er Jahre überahm der in Ludwigslust geborene Landschaftsgärtner und Gartenarchitekt Wilhelm Benque die gartenkünstlerische Leitung. Bereits einige Jahre zuvor war er für die gartenkünstlerische Anlage des Bürgerparks und u.a. auch von Knoops Park in Lesum verantwortlich gewesen. Für sein Wirken wurden kurz vor und kurz nach seinem Tod 1895 eine Straße sowie ein Platz im Stadtteil Schwachhausen der Hansestadt nach ihm benannt. Mit dem Benquestein erinnert man seit 1938 im Bürgerpark an ihn.

Riensberger Friedhof - Kolumbarium - Bremen sehenswert

Blick auf das Kolumbarium vom benachbarten jüdischen Friedhof aus

Früher war der Friedhof von zahlreichen Wassergräben durchzogen und zum Teil auch umgeben, von denen viele mittlerweile verlandet sind, so dass die Brücken nur über Grün oder verbliebene Rinnsale führen. Ein großer See ist allerdings geblieben, an dessen Ufer sich neben einem von vier Friedhofseingängen seit 1907 das Kolumbarium erhebt. Der seit dem Jahr 2000 unter Denkmalschutz stehende neoklassizistische Bau nach Entwürfen des bremer Architekten Heinrich Wilhelm Behrens war ursprünglich das erste Krematorium in Norddeutschland und bis 1988 als solches in Betrieb. Seit 2002 werden in dem charakteristischen Gebäude mit Kuppel auf dem Dach Urnen beigesetzt.

Riensberger Friedhof - Kolumbarium im Detail - Bremen sehenswert

Die Kuppel des Kolumbariums im Detail

Nur einen Steinwurf vom Kolumbarium entfernt befindet sich mit eigenem Zuweg eines von mehreren Mausoleen auf der Anlage, das Mausoleum Rutenberg (1877). Der bremer Baumeister und Architekt Lüder Rutenberg, nach dessen Plänen u.a. der ursprüngliche Bau der Kunsthalle errichtet wurde, ließ das klassizistische Bauwerk mit heute patiniertem Kupferdach zu Ehren seines auf Madagaskar ermordeten Sohnes bauen. Auf einer Säule stehend mit erhobenem lenken Arm ergebt sich eine Statue aus der Werkstatt des bremer Bildhauers Diedrich Samuel Kropp, die den Verstorbenen darstellen soll.

Reinsberger Friedhof  - Mausoleum im Jugendstil - Bremen sehenswert

Mausoleum im Jugenstil

Ein weiteres Mausoleum erinnert an den Kaufmann und das Bürgerschaftsmitglied Johann Hökpen [Foto unten (nicht auf Smartphones sichtbar)], auf den auch die Stiftung des Landschaftsparks Höpkensruh zurück geht. Das Landgut im Stadtteil Oberneuland hatten er und einer seiner Brüder im Jahre 1859 erworben und zu einem Landschaftspark erweitert. Gegen dieses offene Mausoleum wirkt das dem Kolumbarium gegenüber am Seeufer errichtete Mausoleum der bremer Kaufmannsfamilie Schmiedell fast bedrohlich und unheimlich. Der Grund dafür liegt vielleicht darin, dass der Jugendstilbau außen vollständig aus poliertem schwarzen Granit besteht. Schwarz auch als Ausdruck der Trauer um den 1923 18-jährig in Rom an einem Stromschlag gestorbenen Sohn Hans Theodor, der hier in der Gruft im Untergeschoss seine letzte Ruhe finden sollte. Bronzene Adler auf den vier Dachecken symbolisieren Christi Himmelfahrt. Beleuchtet wird die in weißem Mamor ausgekleidete neoklassizistische Halle im Inneren durch ein gläsernes Dach. „Dem Gedenken an unseren geliebten Sohn“, so lautet die Inschrift an der dem Weg zugewandten Seite des Grabmals. Schmerzlich ist der Verlust von Angehörigen wohl immer, aber vielleicht auch ein wenig tröstlich für Hinterbliebene, dass es einen Ort für ihre Trauer gibt.

Riensberger Friedhof - Friedhofskapelle - Bremen sehenswert

Auch die von dem Architekten und Baudirektor Johannes Rippe entworfene Friedhofskapelle steht unter Denkmalschutz

Dass es dafür natürlich nicht unbedingt eines Mausoleums bedarf, zeigen die vielen anderen Grabstätten, manche davon fast so alt wie der Friedhof selbst. Weit mehr als 60 bedeutende Persönlichkeiten liegen bis heute auf dem Friedhof bestattet. Darunter Künstler wie der Maler und Dichter Arthur Fitger, Politiker wie der bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen und der ehemalige Bundespräsident Karl Carstens, Wissenschaftler wie der Arzt und Astronom Dr. Heinrich Wilhelm Olbers, dessen Kollegen von der Walter-Stein-Sternwarte noch heute von Bremen aus in den Himmel gucken, oder Kaufleute wie der Mäzen Franz Schütte wie auch der Schokoladenfabrikant Josef Johannes Arnold Hachez. Zahlreiche Grabstellen listet das Landesamt für Denkmalpflege Bremen als Kulturdenkmäler der Stadt auf, so wie seit 2011 der ganze Friedhof als Gesamtanlage unter Denkmalschutz steht. Dazu gehören als Gebäude auch die Friedhofskapelle, das Friedhofsaufseherhaus, sowie die Leichenhalle, alle 1875 aus rotem Backstein erbaut.

Tipp: Wer in der schönen baum- und buschreichen Parkanlage unterwegs sein möchte, sollte die Schließzeiten beachten, die je nach Jahreszeit zwischen 17 und 20 Uhr liegen.

 

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Karte

 

Weitere Informationen

Riensberger Friedhof
Friedhofstr. 51
28213 Bremen
Tel.: 0421 / 361-3022
Friedhofseingänge: Friedhofstraße, Riensberger Straße, H.H.-Meier-Allee, Heymelstraße

 

Focke-Museum

Jede Stadt hat ihre Geschichte und in vielen Städten gibt es ein Museum, in dem eben diese erzählt wird. In der Hansestadt ist es das Focke-Museum im Ortsteil Riensberg, in dem die Stadthistorie am anschaulichsten präsentiert wird. Das „Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte“ entstand 1924 durch die Zusammenlegung zweier Sammlungen, dem 1884 gegründeten Gewerbemuseum und dem sechs Jahre später gegründeten „Historischen Museum für bremische Altertümer“, dessen bereits 1922 gestorbener Gründer auch zum Namensgeber des heutigen Museums wurde.
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Focke-Museum - Bremen sehenswert

 

Bürgerpark

Eine grüne Oase in Innenstadtnähe und viel genutztes Naherholungsgebiet ist der Bürgerpark. Die ausgedehnte Anlage, die sich an die heutige Bürgerweide hinter dem Bahnhof anschließt, ist ein von den Bürgern selbst initiierter Park. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte man bereits die alten Wehranlagen der Stadt abgebaut und die Wallanlagen in eine Parklandschaft verwandelt. Doch anlässlich der rasant wachsenden Stadt im Laufe des Jahrhunderts wurde der Ruf nach mehr Grünräumen immer lauter.
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Graureiher im Bürgerpark - Bremen sehenswert

 

Parks & Mühle in Oberneuland

Seine Geschichte und ehemals dörfliche Struktur merkt man dem Stadtteil an, wenn man etwa die Oberneulander Landstraße hinunter fährt oder geht. Im Sommer sorgt das Grün alter Bäume für reichlich Schatten und die Randstreifen für Fußgänger werden stellenweise durch Baumwurzeln uneben und so schmal, dass man fast auf der Straße läuft. An der zur Landesgrenze gelegenen Straßenseite tun sich mehrere Lücken in der Wohnbebauung auf, denn hier befinden sich gleich drei Parks, die zu einem Besuch einladen und überhaupt der Anlass sind, dass an dieser Stelle über Oberneuland geschrieben wird.
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Höpkensruh - Bremen sehenswert

 

Sternwarte & Planetarium

An ausgewählten Tagen können auch Besucher einen Blick durch die großen stationären und die kleineren mobilen Teleskope der Walter-Stein-Sternwarte werfen, die dann auf der Terrasse aufgestellt werden. Im Olbers-Planetarium im selben Haus halten Mitglieder der Gesellschaft Vorträge zu wechselnden Themen. Das 1952 eröffnete Olbers-Planetarium gehört mit seiner Kuppel von 6 Metern Durchmesser zu den Kleinplanetarien. Für die Besucher stehen 35 Plätze (auch behindertengerecht) zur Verfügung.
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Sternwarte und Planetarium - Bremen sehenswert