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Bremen sehenswertUnser-Lieben-Frauen-Kirche & Liebfrauenkirchhof

 

Unser-Lieben-Frauen-Kirche vom Marktplatz aus gesehen - Bremen sehenswert

Die Liebfrauenkirche, die Schmuckgiebel weisen Züge der Backsteingotik auf

Etwa um 1020 wurde an der Stelle der heutigen Liebfrauenkirche eine erste Pfarrkirche außerhalb des umschlossenen Dombezirks aus Holz gebaut. Geweiht war die Kirche dem in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrten St. Veit. Der vielen als Schutzpatron geltende, lateinisch Vitus genannte Mann starb etwa 304 den Märtyrertod in Süditalien. Rund 80 Jahre später erhielt der Bau den heutigen Südturm, heute ältester erhaltener Teil des Bauwerks. Teile der, neben dem St. Petri-Dom, ältesten Kirche wurden verwendet, als gegen 1160 an derselben Stelle zunächst eine dreischiffige Basilika mit drei Apsiden auf dem ältesten Markt der Stadt errichtet wurde. Teile des Mauerwerks sind bis heute erhalten. Seit etwa 1220, sogar vielleicht schon früher, ist nicht mehr der heilige Veit Schutzpatron der Kirche, die bis ins 13. Jh. vom Dom die Pfarrrechte für Bremen innehatte, sondern steht seither unter einem Marienpatrozinium. Etwa zehn Jahre später wurde die nun Unser-Lieben-Frauen-Kirche oder Liebfrauenkirche genannte Pfarrkirche, als eine von zu der Zeit vier Pfarreien der Stadt, zur Hallenkirche im frühgotischen Stil umgebaut. Im Zuge des Umbaus erhielt der Sakralbau auch den höheren der heutigen zwei Türme, was die Asymetrie der Kirche noch verstärkte. In dem etwas über 84 Meter hohen Nordturm mit dem kupferbedeckten Turmhelm, der nach Kriegsschäden seit 1965 wieder auf dem Mauerwerk thront, bewahrte der Rat der Stadt über Jahrhunderte seine Urkunden auf. Dieser dokumentarische Schatz in der daher sogenannten Tresekammer gilt als das erste kommunale Stadtarchiv der Hansestadt.

Bremen - Blick vom Liebfrauenkirchhof Richtung Marktplatz

Blick vom Liebfrauenkirchhof über die Obernstraße hinweg auf alte Kontorhäuser, lnks daneben befindet sich der Marktplatz

Etwa seine bis in die Gegenwart beständige flächenmäßige Ausdehnung erhielt der Kirchenbau in heutiger Nachbarschaft zu den Stadtmusikanten und zum Rathaus kurz vor dem Übergang zum 15. Jh., als der Chor und die Kirchenschiffe um ein viertes im Süden erweitert wurden. 1524 hielt auch in dieser Kirche die Reformation Einzug.

1944 wurden nach Luftangriffen Teile der Liebfrauenkirche ein Opfer der Flammen. Dabei zerstörte das aus dem Nordturm auf den Innenraum überspringende Feuer die gesamte neogotische Innenausstattung. Erhalten geblieben ist die Kanzel aus dem Jahre 1709, die in ihrer handwerklichen Ausführung zwar nicht so beeindruckt wie die des Doms, aber dennoch sehenswert ist. Orgel und Fenster stammen dagegen nach dem Wiederaufbau aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter dem Nordteil der Kirche befindet sich eine wohl in der ersten Hälfte der 12. Jh. errichtete Krypta. Der Raum mit vier Kreuzgewölben wurde als Versammlungsraum und als Beinkeller, also Lagerraum für menschliche Gebeine, genutzt, diente später allerdings vorübergehend weniger sakralen Zwecken, nämlich als Abstellraum und Kohlenkeller. Interessant ist ein teilweise an einer der Seitenwände erhaltenes Fresco aus dem 15. Jh. in der St.-Veits-Kapelle genannten Krypta.

Bremen - Moltke-Denkmal an der Liebfrauenkirche

Moltke-Reiterstandbild an der Liebfrauenkirche

An der Vorderfront neben dem neoromanischen Eingang der Kirche erhebt sich ein Reiterstandbild, das den deutschen Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke (1800-1891) darstellt. Von Moltke gilt neben Bismarck (als politischer) als militärischer Begründer der deutschen Einigung von 1871. Das Denkmal, dessen Sockel in die Kirchenmauer eingelassen wurde, spendete ein Bremerinnen und Bremer Bürger 1909. Dass dieses an einen hochrangigen Militär erinnernde Standbild sich ausgerechnet an einer Kirche befindet, ist zumindest aus heutiger Sicht ein wenig befremdlich.

Von dem einstmaligen bis 1813 genutzten Friedhof um die Kirche herum, dem Liebfrauenkirchhof, der gleichermaßen aber auch Marktplatz war, ist nur noch der Name geblieben. Heute findet hier das ganze Jahr über ein großer Blumenmarkt statt und gerne wird schnell ein Imbiss genommen, etwa eine Thüringer Bratwurst am Pavillon bei Stockhinger. Seit 1909 steht auf dem mit Granit gepflasterten Kirchhof auch ein Brunnen, der Marcus-Brunnen. Seines Namens gibt es gar zwei in der Stadt, beide benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt Victor Marcus. Der 1883 errichtete ältere und deutlich größere Brunnen steht bis heute im Bürgerpark nahe dem Parkhotel. Der Brunnen auf dem Liebfrauenkirchhof wurde 1908 fertiggestellt und steht seit 1973 unter Denkmalschutz.

Bremen - Brunnen auf dem Liebfrauenkirchhof

Brunnen auf dem Liebfrauenkirchhof

Bis vor der letzten Jahrtausendwende war es bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt, Geld in den Brunnen zu werfen und sich etwas zu wünschen. Eigentlich sah die Tradition es vor die Münzen rückwärtsgewandt in das Wasser zu werfen, was allerdings die wenigsten taten, weil sie es nicht wussten und weil die Zielfindung dann so einfach auch nicht ist. Den im Brunnen schwimmenden Goldfischen war es gleich, für sie ging in jedem Fall ein Wunsch in Erfüllung, denn das Geld wurde von den nebenan auf Kundschaft wartenden Taxifahrern dazu verwendet, das Futter für sie zu kaufen, weshalb der Brunnen im Volksmund auch oft nur "Taxibrunnen" genannt wurde. Doch das ist Vergangenheit. Geblieben ist der Brunnen selbst und der wurde 2017 einer größeren Sanierung unterzogen.

 

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Karte

 

Weitere Informationen

http://www.orgelpunkt-bremen.de

 

St. Petri Dom

Die Geschichte des Doms, der ältesten Kirche Bremens, beginnt mit der Christianisierung der ursprünglich von den Sachsen besiedelten Gegend durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert. Wann der erste Dom auf der höchsten Erhebung der sogenannten Bremer Düne errichtet wurde ist unklar, jedoch wurde er ziemlich wahrscheinlich 858 von einfallenden Wikingern aus dem dänischen Norden zerstört. Der 1041 begonnene und im 13. Jahrhundert mit den zwei Türmen vollendete nachfolgende romanische Bau wurde im 16. Jahrhundert schließlich im gotischen Stil umgebaut.
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Dom - Bremen sehenswert

 

Domshof

Im Schatten des Doms erstreckt sich der Domshof. Bis 1803 befand sich der Dombezirk und damit auch der große Platz im Besitz der jeweiligen Bischöfe bzw. Schweden und später dem Kurfürstentum Hannover, die Bremen zeitweise regierten. Der Baubestand etwa mit Bürgerhäusern und die Pflanzung zahlreicher Bäume, ließ den Domshof im 18. und 19. Jahrhundert zu einem der schönsten Plätze der Hansestadt werden.
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Neptun Brunnen - Domshof - Bremen sehenswert

 

Bremer Stadtmusikanten

An der linken Breitseite des Alten Rathauses, neben dem Eingang zur unteren Rathaushalle stehen in Bronze gegossen die Helden eines weltweit bekannten Märchens – die Bremer Stadtmusikanten. Dabei ist es bis heute ein strittiger Punkt, ob die ungleichen Vier – Esel, Hund, Katze und Hahn – überhaupt bis nach Bremen gekommen sind, denn darüber gibt das Märchen nicht wirklich schlüssig Auskunft. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig, denn auf die in dem Märchen transportierte Botschaft kommt es an.
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Die Bremer Stadtmusikanten - Bremen sehenswert

 

Rathaus

Das ursprüngliche Alte Rathaus am Marktplatz wurde zwischen 1405 und 1412 errichtet. Von dem eher schlichten spätgotischen Backsteinbau sieht man heute nicht mehr viel. Die Renaissance-Fassade, die heute dem von der UNESCO geschützten Bau das schmucke Aussehen verleiht, wurde zwischen 1608 und 1614 von Lüder von Bentheim errichtet. Besonders oberhalb der Arkaden ist sie üppig verziert mit verschiedenen Darstellungen aus antiken Mythologien, die sich mit christlicher Symbolik, stadtbremischen Symbolen und anderen Darstellungen auf eigenwillige Weise mischen.
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Rathaus am Marktplatz - Bremen sehenswert

 

Innenstadt: die Haupteinkaufsstraßen

Die Lloyd-Passage verläuft parallel zur Obernstraße, an der auch die Sögestraße endet. Dort befindet sich mit dem „Pferdebrunnen“ ein weiterer beliebter Treffpunkt. Oft stehen Menschen hier auf jemanden wartend. Der nett anzusehende Brunnen aus Bronze und Messing wurde von dem Juwelier Brinkmann & Lange anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums gestiftet und steht seit 1974 an dieser Stelle auf dem Fußweg. Auch wenn der Entwurf nicht von Gerhard Lange stammt, ähnelt der Brunnen doch sehr den von ihm entworfenen drei weiteren Pferdebrunnen in anderen Teilen der Stadt.
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Pferdebrunnen - Bremen sehenswert

 

Marktplatz

Vergleichsweise jung ist das sogenannte Bremer Loch nahe den Treppen der Bürgerschaft. Dabei handelt es sich um eine 90 Zentimeter tiefe öffentliche Spendendose, die in den Boden eingelassen ist und von einem im Durchmesser 50 Zentimeter großen Bronzedeckel verschlossen wird, den man im Vorübergehen auch für einen Gullydeckel halten könnte. Die Einrichtung geht auf die Initiative der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe zurück, einer wohltätigen Organisation in der Hansestadt.
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Bremer Loch auf dem Markt - Bremen sehenswert

 

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