

Reisetipps für weiter entfernt gelegene Ziele von der Hansestadt Bremen
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Am Ende des Oluf-Samson-Gangs vom Hafen hinauf befindet man sich auf der Norderstraße mittendrin in der zentralen Meile Flensburgs und die ist wirklich lang. „Gehe ich dann links oder gehe ich eher rechts?“ Gehen Sie bei ausreichend Zeit einfach anders, wenn Sie die Stadt kennenlernen möchten, nämlich am Hafen bis zur Museumswerft, wo es neben Booten auch an einer Bude Fischbrötchen gibt.

Blick von der Museumswerft über den Hafen
Und noch ein kleines Stück weiter, wo „Der Flensburger Christophorus“ in Bronze seit 2022 ein Schiff als Sinnbild für die Welt auf der linken Schulter trägt.

Christopherus ist u. a. der Schutzpatron der Seefahrer. Die Statue ist eine Gemeinschaftsarbeit des Bildhauers Claus Lindner und des Malers sowie Zeichners Hans-Ruprecht Leiß
An der durchaus vielbefahrenen Straße „Schiffbrücke“ entlang des Hafens auf Höhe der Skultur ist die nächste Abzweigung links „Am Nordertor“ und eben selbiges steht dort und markiert den Eingang zur Norderstraße.
Das im dänischen Nørreport genannte Tor der alten Stadtbefestigung wurde vermutlich zwischen 1595 und 1596 errichtet und gilt heute - zwischenzeitlich renoviert - als eines der Wahrzeichen der Stadt. Auch hier finden sich die Wappen Flensburgs und des dänischen Königs Christian IV. eingelassen in die Fassade. Stadtplaner hätten das Tor in der Vergangenheit gerne abgerissen, wie Stadtplaner m/w/d so manche Stadt bis in die Gegenwart scheinbar ohne historischen Sachverstand und soziales Einfühlungsvermögen gerne mal nachhaltig verhunzen. Hier wurde rechtzeitig interveniert. Gut so.

Das Nordertor neben der Phänomenta
Lang erstreckt sich die Norderstraße vom ehemaligen Stadttor aus, geht anschließend in die Große Straße, Holm und Südermarkt mit der Kirche Sankt Nikolai über. Am Ende rechts und 2. links setzt die Rote Straße der Innenstadterkundung dann ein klein wenig das Sahnehäubchen auf. Aber bis dahin ist - wie gesagt - ein weiter Weg. Ein Weg, auf dem es wirklich viel zu entdecken gibt, wenn man genau hinschaut.

Aufsteller in der Roten Straße
In dem Abschnitt der Norderstraße zwischen dem ehemaligen Stadttor und der Neuen Straße findet man viele alternative Cafés, Restaurants und Individualisten mit ihren Geschäften und einer ganz eigenen Atmosphäre, sowie als Abzweigung den oben erwähnten Oluf-Samson-Gang.
Wer den Blick nach oben richtet, entdeckt hier in luftiger Höhe auch zahlreiche Objekte, deren Platz normalerweise eher ziemlich weit unten angesiedelt ist, nämlich an menschlichen Füßen: Schuhe, viele Schuhe, paarweise an ihren Schnürsenkeln zusammengebunden.

Hängende Schuhe in der Norderstraße
In den engen Gassen der Altstädte z. B. im mediterranen Raum ist es nicht unüblich zwischen den Obergeschossen der Wohnhäuser Wäscheleinen von Straßenseite zu Straßenseite zu spannen, um die Wäsche schnell zu trocknen. Auf touristischen Routen wird die Praxis allerdings auch gerne verboten, zumindest tagsüber - das Stadtbild … Waschen Sie Ihre Schuhe regelmäßig in der Waschmaschine? Nein? Ich auch nicht.

Erst wenn die Tagesgäste die Insel verlassen haben, wird die Wäsche aufgehängt, hier allerdings auf den eigenen Balkonen. Ein Bild von der griechischen Vulkaninsel Nissyros
Hier hängen ausgediente Treter zu Hunderten und sind eine überregional bekannte Attraktion. Um die seit 2007 in Flensburg existierende Merkwürdigkeit ranken sich haufenweise Legenden. Nachahmer gibt es aber mittlerweile auch andernorts und weil jedes Kind einen Namen braucht, heißt es nun Shoefiti.

Die Schuhe hängen an der Aufhängung der abgebauten Oberleitung der eingestellten Tram
„Das Beste am Norden ist unsere Toleranz.“ So ist es wohl zu erklären, dass dem ersten Paar Schuhe viele weitere an städtischem Eigentum hängend folgen konnten, nämlich an verbliebenen Haltesystemen der Stromversorgung der eingestellten Tram Flensburgs. Also, keine Fußpilzerreger unter Strom, aber vielleicht wird die Wurftechnik irgendwann olympisch …
Nach solch eher belustigeren Bildern in der Fördestadt, wird es nach der Überquerung der Neuen Straße historisch - und kommerzieller, im durchaus interessanten Mix.

Nordermarkt
Der Nordermarkt ist einer der ältesten Marktplätze Flensburgs. Handel im Mittelalter war weit weniger delegiert und diversifiziert, als heute, Kaufleuten gehörten oftmals die Schiffe, die ihre Fracht transportieren und sie waren auf ihren Ein- und Verkaufsreisen nicht selten selbst an Bord. Von den damals weit mehr noch unberechenbaren Naturgewalten abgesehen, lauerten viele Gefahren, die von menschlichen und aus verschiedenen Gründen wenig wohlgesonnenen Zeitgenossen wie Piraten oder Kriegsgewinnlern ausgingen.

Blick vom Kapitänsviertel auf die St. Marien-Kirche in der Norderstraße
In der ursprünglich 1284 erbauten St. Marien-Kirche hatten Menschen der damaligen Zeit einen Ort für ihre Ängste und hofften auf göttliche Unterstützung. Die Pfarrkirche, die heute wie zahlreiche andere Bauten in Flensburg Teil der europäischen Route der Backsteingotik ist, wurde im Laufe der Jahrhunderte bis ins 20. Jahrhundert mehrfach umgebaut, erweitert und renoviert. Sehenswert sind neben der Kanzel, dem Hauptaltar und der Bronzetaufe aus der Renaissancezeit im 16. Jahrhundert, das Epitaph von Georg Beyer aus dem Jahre 1591, auf dem die älteste gemalte Ansicht der Stadt mit Hafen und Schiffstypen zu sehen ist.
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Weinhundert - Store & Bar in der Roten Straße

... nur das rote Tor steht nicht mehr

Geschmackvolles Angebot

Hof mit gastronomischem Angebot

Eingang zum Neptun-Hof am Nordermarkt

Oluf-Samson-Gang zwischen Norderstraße und Museumshafen

Historisches Gebäude aus dem 18. Jahrhundert gegenüber der St. Marien-Kirche

Fenster

An der Museumswerft

Blick vom Kapitänsviertel auf den historischen Hafen bei Nacht

Seebrücke in Glücksburg

Marina in Glücksburg