

Reisetipps für weiter entfernt gelegene Ziele von der Hansestadt Bremen
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Der Margarethenhof: früher Eisengießerei mit eigener Energieversorgung aus Wasserkraft, ab 1882 Fabrikantenvilla
Stufe um Stufe geht es auf der schmalen steinernen Treppe steil den Hang hinab. Bei kühlen 6 Grad Lufttemperatur und einer steifen Brise kurz nach dem Frühlingsanfang wollen sich noch keine Schweißperlen vor Anstrengung auf der Stirn bilden, das sieht vielleicht beim späteren Aufstieg anders aus. Allerdings ist Flensburg im hohen Norden Deutschlands an der Ostsee und an der Grenze zu Dänemark auch im Hochsommer nicht unbedingt temperaturmäßig für Hitzerekorde bekannt.

Die Kleine Sankt-Jürgen-Treppe
„Der echte Norden“, eben damit wirbt das nördlichste Bundesland zurecht für seine ganz eigenen anderen Reize. Und wenn unter anderem die frische Luft als „Das Beste am Norden“ medienwirksam beworben wird, kann man dem vor Ort nur zustimmen. Frisch weht es an der Ostsee an der Ostküste sowie an der Nordsee an der Westküste und dazwischen liegen rund 70 Kilometer plattes dünn besiedeltes Land. Mit knapp 100.000 Menschen ist Flensburg nach der Landeshauptstadt Kiel und Lübeck - der Perle der Hanse - die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins.

Das wohl beliebteste Fotomotiv in Lübeck: das Holstentor. Rechts im Bild historische Salzspeicher und links im Hintergrund die Türme der Marienkirche
Von oben kommend ist man am Ende der Kleinen Sankt-Jürgen-Treppe mittendrin im Kapitänsviertel, auf der Sankt-Jürgen-Straße. Namensgebend war der Schutzpatron von Spitälern und Siechenhäusern und tatsächlich gab es einst ein gleichnamiges Hospital an der Stelle, wo sich die seit 1907 vom Hafen aus weithin sichtbare St. Jürgen-Kirche befindet.

Blick über den historischen Hafen auf das Kapitänsviertel mit der St. Jürgen-Kirche
Als die Bebauung des Areals im 16. Jahrhundert begann, gehörte der Grund einem politisch unabhängigen Kloster. Die damaligen Bauvorschriften verboten einen Hausbau außerhalb der Stadtmauern auf städtischem Grund und innerhalb der Stadtmauern waren Baugrund sowie Wohnraum knapp. So zog es Kapitäne, Steuerleute, Schiffbauer und Fischer mit ihren Familien an den Hang an der Ostseite des Hafens, wo sie Bauland vom Kloster erhalten konnten. Bis heute sind in der 1874 schließlich eingemeindeten Siedlung Häuser aus dem 18. Jahrhundert erhalten.

Kapitänshaus, erbaut um 1780
Ein schönes Beispiel ist das Haus eines Kapitäns erbaut um 1780. Die Haustür im Louis-seize-Stil, einer frühklassizistischen französischen Richtung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, benannt nach König Ludwig XVI., soll im Original erhalten sein. Die schwarzen Metall-Elemente sind nicht nur Zierwerk, sondern verbinden Mauerwerk und hölzerne Tragebalken des Gebäudes miteinander, etwas, was man häufig an historischen Gebäuden findet.

Blick in den Schiffergang ohne Seeleute
In den wenigen Gassen und Straßen lebte geballtes Fachwissen eng zusammen. Allein rund 50 Steuerleute wohnten hier im Jahre 1781, wissen die historischen Aufzeichnungen. Wer hier unterwegs ist, stößt daher auf Wegenamen wie Steuermannsgang und Schiffergang.

Kunstwerk "Die Welle" von Uwe Appold (1987)
Zur Zeit der großen Segelschiffe war nicht nur der Bau der Schiffe, sondern auch das Navigieren mit Sextant und Kompass sowie das Segeln große Handwerkskunst. Wer sein Handwerk nicht gut beherrschte, lief vor allem auf den Handelsschiffen selbst Gefahr, Schiffbruch zu erleiden und die ganze Mannschaft gleich mit in den Tod zu reißen. In Flensburg wurde ausgebildet, nur die Besten schafften es bis zum Kapitänspatent.

Die Viermast-Stahlbark "Passat" lief 1911 vom Stapel. Heute liegt der ehemalige Frachtsegler dauerhaft in Lübeck-Flensburg. Das 1905 gebaute Schwesterschiff "Pamir" sank 1957 in einem Hurrikan, eine Verkettung unglücklicher Umstände und vielleicht falscher Entscheidungen an Bord. Von der Besatzung konnten nur 6 von 86 Menschen gerettet werden.
Was das im Job außer guter Heuer damals mit sich brachte, lässt sich auf dem Rundgang „Der Kapitänsweg“ rund um den historischen Hafen erkunden. „Flensburgs maritimer Stadtrundgang“ nimmt Sie gut dokumentiert mit vielen Informationen mit, wenn Sie es wollen.
Muss man natürlich nicht, alleine der Blick vom Hang an der Ostseite auf den Hafen ist klasse. Vielleicht ist er damals mit den großen Segelschiffen und dem emsigen Be- und Entladen an den Liegeplätzen noch interessanter gewesen, emotionaler war der Blick auf den Hafen und die Förde, soweit er denn reichte, vermutlich in jedem Fall für die Familien, die hier lebten. Kehrt der Liebste, Ehemann und Familienvater gesund oder überhaupt zurück? Männer? Männer! Zu jener Zeit hatten Frauen an Bord von Handelsschiffen wenig bis nichts zu suchen. Noch weitergehend herrschte unter vielen Seeleuten die Meinung, Frauen an Bord brächten nur Unglück. Nun ja, Schiffe sind ohne und auch mit Frauen untergegangen. Finde den Unterschied.

Blick vom Kapitänsviertel auf einen Teil des historischen Hafens
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Weinhundert - Store & Bar in der Roten Straße

... nur das rote Tor steht nicht mehr

Geschmackvolles Angebot

Hof mit gastronomischem Angebot

Eingang zum Neptun-Hof am Nordermarkt

Oluf-Samson-Gang zwischen Norderstraße und Museumshafen

Historisches Gebäude aus dem 18. Jahrhundert gegenüber der St. Marien-Kirche

Fenster

An der Museumswerft

Blick vom Kapitänsviertel auf den historischen Hafen bei Nacht

Seebrücke in Glücksburg

Marina in Glücksburg