

Reisetipps für weiter entfernt gelegene Ziele von der Hansestadt Bremen
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Das auf den anderen Seiten Geschriebene gehört zur Geschichte Flensburgs und weitergehend Deutschlands und Europas. Hätte ich das als Autor und Kulturwissenschaftler unbedingt alles schreiben müssen? Nicht unbedingt, aber vielleicht wird es dadurch verständlicher, warum ein Grenzübergang in der Vergangenheit nicht so selbstverständlich war, wie er heute zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark funktioniert, an mancher Stelle sogar nahezu unbemerkt. Wohltuend.

Wegweiser u. a. zur deutsch-dänischen Grenze
Kommen Sie, wir fahren mal mit dem Bus der Linie 7. Bis an die Grenze? Nein, wir gehen an die Grenze und dann darüber hinaus. Der Bus fährt über den Grenzübergang Kupfermühle nach Krusau in Dänemark. Europa!
Tatsächlich sind wir wenige Haltestellen vor der Grenze aus dem Bus ausgestiegen, nämlich an der Haltestelle „Am Lachsbach“. Dort führt ein Weg durch ein Waldstück, das sich bis nach Wassersleben erstreckt, nach Ostseebad. Am Fuße des Hochufers in Ostseebad fließt auch besagter Lachsbach als kleines kanalisiertes Gewässer ganz unspektakulär in die Ostsee der Förde.

Strandabschnitt neben der Mündung des Lachsbachs in Ostseebad, dahinter erstreckt sich ein kleiner Wald am steilen Hang bzw. Hochufer
Weitgehend abgeschirmt vom Straßenverkehr ist Ostseebad ein Treffpunkt an der Förde an dem Baden möglich ist. Ein kleiner Sandstrand mit einem angrenzenden Spielplatz, Kiosk und Toiletten machen das Plätzchen zu einem Ort für entspannte Stunden am Wasser. Zentrales Bauwerk ist eine Seebrücke mit einem Umkleidehäuschen auf der Plattform an deren Ende. Der Blick reicht von hier nicht nur über die Förde z. B. auf die schon genannte Marineschule mit ihrem ehemaligen Wasserturm, der mit seiner Spitze knapp über die Baumwipfel ragt, sondern bis an die dänische Küste.

Seebrücke mit einem Umkleidehäuschen
Nicht weit entfernt steht die Schiffbauhalle der 1872 gegründeten Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG), die seit der Übernahme im Jahr 2025 als FSG Shipyard GmbH und FSG Design GmbH firmiert. Schiffbau in Deutschland ist seit langer Zeit ein schwieriges Geschäft, dennoch hofft man in Flensburg auf eine Fortsetzung der Tradition.

Die 210 Meter lange Frachtfähre „SEAROAD I“ mit LNG-Antrieb für die australische Reederei Searoad ist Anfang November 2025 vom Stapel gelaufen
Von Ostseebad kann man direkt am Wasser entlang nach Wassersleben laufen, ist zu wärmeren Jahreszeiten auf dem gut ausgebauten Weg allerdings keineswegs alleine unterwegs. Denn gleich mehrere teils überregionale Radwanderwege wie der „Ostsee Küsten-Radweg“ weisen die Wegstrecke als Teil ihrer Routen aus.

Wegweiser
Der kleine Ort Wassersleben verbreitet ein wenig das Flair eines skandinavischen Ferienortes an der Ostsee, die hier übrigens ihren westlichsten Punkt hat. Nun ja, weit ist es vom Strand dann ja auch nicht mehr wirklich nach Skandinavien. Ein unübersehbarer Wegweiser zeigt die Richtung zum „kleinsten Grenzübergang“.

Strand in Wassersleben
„Auf Wiedersehen. På gensyn“, heißt es auf einem Schild der Gemeinde Harrislee an einem Schotterweg, danach eine Holzbrücke und ein Stein. Ein Grenzstein? Ja, und zwar mit dem Datum 15.6.1920. Nach dem Ende der Kaiserzeit zur Zeit der Weimarer Republik wurde Nordschleswig nach einer Volksabstimmung nach 56 Jahren 1920 wieder dänisch. Der Grenzstein am Grenzübergang Schusterkate ist der erste von insgesamt 280 Steinen und Pfählen entlang der deutsch-dänischen Grenze. Der Name Schusterkate rührt von dem Haus her, dass man zuerst nach dem Grenzübertritt auf dänischer Seite erblickt.

Grenzübergang nach Dänemark
Während der Nazi-Diktatur starben 41 Männer der 337 Mann starken dänischen Grenzgendarmerie, die ebenfalls hier ihren Dienst taten und auf dem sogenannten „Gendarmenstieg“ ihren täglichen Kontrollgang absolvierten. Seit dem Schengen-Abkommen 2001 wird die Grenze auch hier nicht mehr überwacht.

Schiffbruch am dänischen Ufer
Der Gendarmenpfad ist heute Teil eines Wanderweges im Naturreservat Kollunder Wald auf dänischer Seite. Ein großer Bereich des Waldes gehörte von 1879 bis 2006 der Stadt Flensburg, die das Gebiet als Naherholungsgebiet für ihre Bevölkerung erwarb. Die heutige Verwaltung greift bewusst nur sehr spärlich in die Entwicklung des Laubwaldes ein.
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